Wie bereits in den letzten Jahren etabliert, startete die Bahnsaison für viele Vereine auch 2026 wieder mit den bayerischen Langstaffelmeisterschaften. Diesmal fand der Bayerische Verband in Rödental bei Coburg einen am Rande Bayerns gelegenen Ausrichter, wodurch eine lange Anreise für die Meisten vorprogrammiert war. Nach einem Rahmenprogramm für lokale Kinder und Jugendathleten ging es ab Mittag mit den bayerischen Staffelwettbewerben los. Überwiegend strahlender Sonnenschein und nur vereinzelte Regentropfen waren hervorragende Witterungsbedingungen für Mitte April.
Mit drei Staffeln der LG Donau-Ries wurde der Landkreis wieder einmal bestens vertreten. Zuerst galt es für die Mixed-Staffel der Jugend U20 sich über 4x400m zu beweisen. In der zum letzten Jahr unveränderten Aufstellung Annika Knaus vom TSV Nördlingen, sowie Jakob Miehling, Fabian Lechner und Ellie Ströbele vom VSC Donauwörth trat ein erfahrenes Quartett an die Startlinie. Klare Zielsetzung war die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in zwei Wochen in Celle bei Hannover, womit ein gewisser Leistungsdruck verbunden war. Durch eine Regeländerung gezwungen musste Fabian diesmal als Startläufer beginnen, was sich aber nicht zum Nachteil herausstellen sollte. Mit einem druckvollen Antritt zu Beginn und seinem langem Schritt konnte er das hohe Tempo lange halten und übergab den Stab schließlich auf Position zwei liegend an Annika, die den Anschluss zur führenden Staffel aus Bamberg sofort hielt. Nach einer starken Runde konnte sie im Schlussspurt sogar noch die Führung übernehmen und wechselte danach auf Jakob. Schnell zeigte sich, dass er trotz leichter muskulärer Probleme in den Vorwochen rechtzeitig zum entscheidenden Moment fit geworden war. So baute er die Führung auf die Zweitplatzierten auf knapp 25 Meter aus, bevor der den Stab an Ellie weitergab. Die weiteren Staffeln waren zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich hinterher. Im Wissen, dass die nominell stärkste Läuferin aus Bamberg ihr auf den Fersen war, setzte Ellie zur Schlussrunde an. Auf der Zielgeraden wurde die Lücke schließlich geschlossen und es kam zum Endspurt um den bayerischen Titel. Nur fünf Meter vor dem Ziel kam Ellie ins straucheln und stürzte, rappelte sich aber geistesgegenwärtig sofort wieder auf und warf sich voll ins Ziel. Letztendlich reichte es dadurch leider knapp nicht mehr für Gold, aber als die Zeit auf der Anzeigetafel erschien, gab es die Bestätigung: 3:52;32 Minuten und damit die direkte Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in zwei Wochen. Außerdem konnte die Staffel auch mit Sturz die Zeit aus dem letzten Jahr um knapp sieben Sekunden verbessern. Trotz leichter Blessuren bei Ellie überwog schnell die Freude über den geglückten Saisoneinstieg und die Vorfreude auf ein Saisonhighlight in Celle!

Mit diesem tollen Einstieg aus Sicht der LG Donau-Ries und dem letztjährigen Vizetitel im Gepäck stand als nächstes die Staffel über 3x800m der Frauen an der Startlinie. Das Trio vom VSC Donauwörth mit Tabea Stumpf, Laura Popp und Stefanie Stöckle würde es dieses Jahr aber mit einem deutlich stärkeren Teilnehmerfeld zu tun bekommen, weshalb eine Podestplatzierung harte Arbeit werden sollte. Zusätzlich wurde der Lauf mit der weiblichen Jugend zusammengelegt, was ein im Blick behalten der direkten Konkurrenz im großen Feld der Läuferinnen anspruchsvoll machte. Taktisch klug hielt sich Startläuferin Tabea vorerst etwas zurück, um den ersten Positionskämpfen und kleinen Schubsereien zu entgehen und keinen Sturz zu riskieren. Nachdem sich alle einsortiert hatten, begann sie dann das Feld mit einer starken zweiten Runde von hinten aufzurollen und übergab den Stab an Laura. Von außen verschafften sich Trainer und Teamkameraden den nötigen Überblick und schnell wurde realisiert: Ein „Treppchenplatz“ ist möglich! Laura heftete sich geschickt in den Windschatten einer schnellen Konkurrentin und entging so den inzwischen aufkommenden Windböen. Getragen durch das Anfeuern der aufs Stadion verteilten, restlichen Donau-Rieser konnte sie weitere Staffeln überholen. Nach vier starken Runden durch die eigentlich auf längere Strecken spezialisierten Tabea und Laura, kam der Stab schließlich zu Schlussläuferin Stefanie. Als Läuferin mit klarem Fokus auf die 800m ließ sie dann nichts mehr anbrennen und brachte die Bronzemedaille mit einem starken Schlussspurt in 7:41,05min sicher ins Ziel.

Zu guter Letzt standen abschließend die Männer über 4x400m am Start. Hier gab es im Vorfeld verletzungsbedingt einige personelle Umplanungen, sodass erst am Abend vorher das finale Quartett bestimmt wurde. Startläufer für die Männer war Jakob Miehling, der somit bereits zum zweiten mal an diesem Tag im Einsatz war. Nach einer technisch blitzsauberen Runde wechselte der Stab auf Trainer Florian Gnad, dessen Einsatz aufgrund einer Muskelzerrung Ende März lange fraglich war. Obwohl er bedingt durch ein passiveres Anfangstempo zu Beginn direkt auf Position vier abrutschte, konnte er dadurch vom Windschatten profitieren und den verlorenen Boden auf der Zielgeraden bis zum Wechsel wieder gut machen und den Stab als Dritter übergeben. Mit Frieder Völkle war nun ein Debütant auf bayerischer Ebene für die Donau-Rieser unterwegs, der dabei über sich hinaus wuchs und eine weitaus schnellere Runde lief als erwartet. Lange konnte er zudem die pausenlosen Attacken der viertplatzierten Staffel der Startgemeinschaft Neustadt/Bayreuth abwehren, musste sich aber auf den letzten 30 Metern doch noch geschlagen geben. So wechselte der Stab auf Schlussläufer Christoph Humburger, der sich sogleich auf die Jagd machte und bis zur 250 Meter Marke schließlich die Lücke schließen konnte. In einem packenden Endspurtduell unterlag die LG Donau-Ries letztendlich mit nur einer viertel Sekunde Rückstand und musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Mit einer Zielzeit von 3:35,15 Minuten überraschte sich das Quartett vom VSC Donauwörth aber selbst. So nahm man das Ergebnis mit einem weinenden aber auch einem lachenden Auge an. Nach diesem tollen Einstieg richtet sich der Fokus auf die Bahneröffnungswettkämpfe in Schwaben und vor allem natürlich das eigene Woha-Meeting im Stauferparkstadion am 03. Mai.


